Die Glutenlüge – warum Verzicht krank machen kann

Glück beginnt nicht nur in Deinem Kopf, sondern auch mit deiner Ernährung. Was aber, wenn Du auf Nahrungsmittel verzichtest und genau das krank macht? Gluten ist ein Beispiel dafür.

„Frei von Gluten!“- steht auf dem Produkt und ich denke spontan: Gott sei Dank, da will mich wer vor ganz schlimmen Krankheiten beschützen und hat das böse und gesundheitsschädliche Gluten weggelassen.
Denn wer mit offenen Augen durch den Supermarkt spaziert, sieht sie überall und es werden täglich mehr: Die Invasionen der glutenfreien Produkte. Brötchen, Brot und Co. sind ab sofort nicht mehr „verseucht“ mit dem Protein. Was „frei von…“ etwas ist, kann ja nur gesund sein. Gesund ist, was dann übrig bleibt. So habe ich am Anfang auch gedacht, bis mich Berichte und zahlreiche wissenschaftliche Erkenntnisse auch hier wachgerüttelt haben.

Wenn Gluten fehlt, kann das krank machen

Außer, Du gehörst zu dem 1 % der Bevölkerung, die Gluten nicht vertragen. Aber es ist nur 1 %. Hast Du das gewusst? Alle anderen Menschen können das Protein aus dem Getreide verarbeiten und haben keinerlei Probleme nach dem Brötchen zum Frühstück.

Woher dann also diese Hysterie? Weil auch hier die Industrie auf das Pferd der vermeintlichen Gesundmacher gestiegen ist.

Nach lactosefrei kam glutenfrei

Wobei an Lactoseintolleranz ein weitaus höherer Prozentsatz der Bevölkerung leidet, als an Zölliakie, dem Glutenproblem.

Nun kann man denken, warum sollte ich denn aber nicht glutenfreie Sachen kaufen? Was fehlt, kann nicht schädlich sein. Hier liegt der Hase im Gluten vergraben. Wer auf Gluten verzichtet und keines oder nur noch wenige Produkte damit isst, riskiert eine sich entwickelnde Allergie. Eben noch konntest Du alles essen und plötzlich hast Du wirklich Bauchschmerzen, wenn Du zum Brot greifst. Dann ist er entstanden, der Teufelskreis. Selbsterfüllende Prophezeiung nennt man das.

Die Angst vor Krankheiten und Unverträglichkeiten wird durch das hohe Aufkommen an Produkten „frei von“ geschürt. Zu viel Zucker führt zu Diabetes, zu viel Fett zur Fettleber, zu viel Gluten zu Magen- und Darmproblemen und von Laktose wollen wir gar nicht sprechen. Achtung, Essen macht krank. Und natürlich haben sich die Nahrungsmittel seit der Generation meiner Großeltern und Urgroßeltern stark verändert. (Zum Thema Superfoods zu Zeiten meiner Uroma habe ich bereits einen Beitrag geschrieben. Hier zum Nachlesen: Rubrik: Superfoods – Muss das sein? (Teil 1)  )

Stark verarbeitete Lebensmittel und Fastfood stehen in den Regalen und wollen gekauft werden

Es muss schnell gehen und günstig sein. Und dann auch noch frei von Gluten: Hallelulja. Ich werde 120 Jahre alt und bin glücklich. Hier kann nur gesunder Menschenverstand im Wirrwarr der ganzen Produkte in den Regalen helfen. Wer sich öfter von Fastfood und 5 Minutenterrinen ernährt, braucht für sein Gewissen nicht glutenfreie Produkte essen. Gesünder macht das auch nicht. Aber vielleicht glücklich. Das weißt nur Du selbst. Sich ab und zu dennoch für sich selbst mit dem Thema Ernährung auseinander zu setzen, kann nie schaden. Aber bitte nicht übertreiben und jeden Trend unbedacht mitmachen wollen. Dass dieses Thema ganz individuell für jeden Körper und Geschmack ist, ist völlig klar. Ich habe für mich selbst nur entschieden:

Mein Glück liegt nicht im Verzicht

So verrückt das auch klingt: Ich passe mittlerweile auf, dass ich, wenn überhaupt, nur wenige Produkte kaufe, die glutenfrei sind. „Gib mir Gluten, ich stehe drauf“, so mein Motto. Nicht ganz ernst gemeint, aber mit ernstem Hintergrund. Denn Gluten ist ein Geschmacksträger. Fehlt Gluten in dem Produkt muss wie immer mit zugesetzten Fetten und Zucker ausgeglichen werden. Das schmeckt mir im wahrsten Sinne des Wortes dann auch nicht mehr.

Im Leben und bei der Ernährung alles vermeiden zu wollen und auf alles, wirklich alles, zu achten, was einem die Industrie und Werbung eingetrichtert hat, kann also unter Umständen kranker und damit unglücklicher machen, als alles andere. Mein Tipp: Wer meint, Probleme mit Weizen und Co. zu haben, ab zum Arzt und testen lassen. Aber auf eigene Faust alles vermeintlich böse vermeiden zu wollen, kann erst recht krank machen.

Normaler Menschenverstand und ein Mittelmaß an Genuss und Vorsicht kann nie schaden. Ich habe jetzt Hunger auf Brötchen.

Achte auf Dich und bleib glücklich,

Deine Jes

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